ADAPT by ICA – Der Lebenszyklus kultureller Anpassun

ADAPT ist ein strukturiertes Phasenmodell zur Einordnung kultureller und professioneller Anpassungsprozesse. Es beschreibt, wie Menschen Übergänge in neue soziale, akademische oder berufliche Systeme durchlaufen – etwa beim Studium, beim Berufseinstieg oder bei Migration nach Deutschland.

Im Fokus steht nicht individuelle Leistung, sondern das Verständnis von Anpassung als Entwicklungsprozess, der sich in typischen Phasen vollzieht.

Der ADAPT-Lebenszyklus

ADAPT beschreibt fünf miteinander verbundene Phasen der Anpassung:
▪️Awareness – Verstehen von Systemen, Regeln und Erwartungen
▪️Direction – Orientierung, Zielklarheit und Struktur
▪️Action – eigenständiges Handeln im neuen Kontext
▪️Participation – soziale und berufliche Teilhabe
▪️Transformation – Integration von Veränderungen in das eigene Selbstverständnis

Diese Phasen sind keine Bewertung, sondern Referenzpunkte, um Lern- und Entwicklungsbedarfe in Übergangssituationen besser einordnen zu können.

ADAPT fragt nicht: „Was soll eine Person tun?“
ADAPT fragt: „In welcher Phase des Anpassungsprozesses entsteht aktuell Lernbedarf?“

Einsatz entlang von Lebenszyklen

ADAPT kann entlang verschiedener Lebens- und Systemzyklen angewendet werden. Der Ansatz richtet sich an Organisationen und Einrichtungen, die Übergänge bewusst, strukturiert und entwicklungsorientiert begleiten möchten.

Student Life Cycle

▪️Studienbeginn

▪️Wechsel in fortgeschrittene Studienphasen

▪️Übergang vom Studium in den Beruf

▪️Einstieg in erste professionelle Rollen

Employer / Employee Life Cycle

▪️Onboarding in neue Organisationen

▪️Rollenwechsel oder Verantwortungszuwachs

▪️Internationale oder interkulturelle Teamkontexte

▪️Übergänge in Führungs- oder Schnittstellenfunktionen

Migration & Integration Life Cycles

▪️Ankunft und erste Orientierung

▪️Aufbau von Selbstständigkeit

▪️Soziale und berufliche Teilhabe

▪️Langfristige Verortung und Identitätsintegration

In all diesen Kontexten dient ADAPT als gemeinsame Referenz, um Anpassung nicht als individuelles Defizit, sondern als normalen Entwicklungsprozess zu verstehen.

ADAPT versteht Anpassung nicht als einmalige Leistung, sondern als wiederkehrenden Entwicklungsprozess, der sich entlang verschiedener Lebens- und Systemübergänge entfaltet.
Der Ansatz bietet Einrichtungen, Organisationen und Bildungsakteuren einen gemeinsamen Bezugsrahmen, um Übergänge systematisch einzuordnen, Lernbedarfe sichtbar zu machen und Maßnahmen phasengerecht zu strukturieren.